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Osteoporose, was bedeutet das?

Osteoporose - was ist das?

Etwa 95 % aller Patienten leiden an einer "primären Osteoporose", für die keine wirklich direkte Ursache auszumachen ist. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem Alter und mit dem Hormon - und Calciumstoffwechsel. Zierliche Menschen scheinen häufiger zu erkranken, denn sie haben eine geringere Ausgangsknochenmasse, und das Skelett reagiert stärker auf Belastungen.

Die Ursachen für die Entstehung von Osteoporose sind vielfältig. Bereits im Alter von 35 Jahren verlieren die Knochen an Substanz. Aber auch erbliche Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Stoffwechselstörungen, Medikamenteneinnahme (z. B. Kortison) und falsche Ernährung gelten als Risikofaktoren für das Osteoporoseleiden.

In Deutschland leiden etwa 7 Millionen Menschen an dieser Volkskrankheit. Die meisten von ihnen sind Frauen in und vor allem nach den Wechseljahren. Mittlerweile leidet jede vierte Frau über 50 an Osteoporose. Bei Frauen nach den Wechseljahren, also etwa nach dem 55. Lebensjahr, erhöht sich das Risiko noch einmal. Wenn Osteoporose so früh wie möglich erkannt und behandelt wird, können Frakturen so effektiv und schnell wie möglich verhindert werden. Zudem muss der weitere Abbau der Knochenmasse aufgehalten werden.

So wie der Stamm und die Äste eines kranken Baumes morsch und brüchig werden, können Knochen bei osteoporoseerkrankten Menschen schon aus geringstem Anlass brechen – vor allem an der Wirbelsäule, am Oberschenkelhals und am Unterarm, aber auch jeder andere Knochen kann betroffen sein.

Osteoporose beginnt stumm und bleibt anfangs unbemerkt. Die Patienten selbst merken am Anfang nicht, dass ihre Knochen immer brüchiger werden. Aber ein erfahrener Arzt kann den Knochenschwund bei regelmäßiger Vorsorgeuntersuchung frühzeitig erkennen und notwendige Gegenmaßnahmen einleiten.

Wird Osteoporose nicht rechtzeitig erkannt und wirksam behandelt, drohen folgenschwere Knochenbrüche, chronische Schmerzen, Behinderung und Pflegebedürftigkeit.

Für wen gilt ein erhöhtes Risiko?

Vor allem Frauen, zunehmend auch Männer erkranken an Osteoporose, oft schon in jüngeren Jahren, zunehmend aber in der zweiten Lebenshälfte. Hochgradig gefährdet sind Sie möglicherweise, wenn einer oder mehrere der folgenden Risikomerkmale bei Ihnen zutreffen:

Hochgradig gefährdet sind Sie möglicherweise, wenn einer oder mehrere der folgenden Risikomerkmale bei Ihnen zutreffen:
  • familiäre Veranlagung (Verwandte mit Osteoporose, Rundrücken, Unterarm-, Wirbelkörper- oder Schenkelhalsbruch)
  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • starkes Rauchen (mehr als 20 Zigaretten täglich)
  • Bewegungsmangel, insbesondere bei Bettlägerigkeit, körperlicher Behinderung
  • nur bei Frauen nach den Wechseljahren: regelmäßig wiederkehrende Periode
  • nur bei Männern: zu wenig / zu kurze Zeit unter Testosteron (männliches Sexualhormon)
  • Calcium- / Vitamin D-Mangel
  • Testosteronmangel (männliches Sexualhormon)
Wenn Sie ein oder mehrere der genannten Risikomerkmale haben, heißt das nicht unbedingt, dass Sie osteoporosekrank sind. Sie zählen dann aber zu dem Personenkreis, der besonders häufig betroffen ist, und unbedingt einen Arzt konsultieren sollte.

Für Männer gibt es noch keine eindeutig belegten Risikomerkmale. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Faktoren, die bei Männern zu Osteoporose führen können, kaum von denen unterscheiden, die auch bei Frauen Osteoporose auslösen

Eine besondere Rolle spielt das männliche Hormon Testosteron. Es fördert den natürlichen Muskel- und Knochenaufbau und trägt dazu bei, dass das Skelettsystem belastbar bleibt. Steht dem Mann nicht genug Testosteron zur Verfügung, kommt es innerhalb weniger Wochen zum Knochenschwund (Osteoporose).

Zu Testosteronmangel kann es kommen:

  • nach Viruserkrankungen (wie zum Beispiel Mumps), die die Hoden so schädigen, dass nur noch geringe Testosteronmengen produziert werden
  • bei Funktionsstörungen der Hirnanhangdrüse
  • nach Entfernung der Hoden (zum Beispiel nach Prostatakrebs)
  • abnehmende Testosteronproduktion im Alter
  • zurückliegende oder aktuelle Knochenbrüche, die sich aus geringfügigem Anlass ereigneten
  • Verdacht auf Wirbelkörperbruch, z.B. wegen akut aufgetretenen anhaltend starken Rückenschmerzen oder Körpergrößenverlust von über 4 cm
  • häufiges Fallen/Stürzen (innerhalb von 6 Monaten zwei- oder mehrere Male)
  • sehr niedriges Körpergewicht oder ungewollter Verlust von mehr als 10 % des ursprünglichen Körpergewichts

Medikamente oder andere Erkrankungen, die zu Osteoporose führen können:

  • über 6 Monate andauernde Einnahme von täglich mind. 7,5 mg Predni oder mehr (bzw. gleichwirkendes Kortisonpräparat)
  • chronisch entzündliche Darm-Erkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Störungen der Nahrungsaufnahme im Verdauungstrakt (Malabsorptionssyndrom: zurückliegende Magenentfernung)
  • Diabetes mellitus Typ I
  • stark geschädigte Nierenfunktion
  • Blutarmut wegen Vit. B12-Mangel
  • Einnahme von Medikamenten (Phenytoinen) gegen Epilepsie
  • zurückliegende Organtransplantation
  • Alkoholismus


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